Echte Innenstadtgesamtplanung sieht mehr vor als nur eine Straßensperrung nach eintätiger Vekehrsuntersuchung und Planung eines riesen Platzes.

Friedrichsdorf. Die CDU Fraktion Friedrichsdorf hat über den Vorentwurf der Neugestaltung des Landgrafenplatz beraten und hält ihn für zu eng vorgegeben, um die Neugestaltung tatsächlich neutral in eine Bürgerbeteiligung zu geben. Die Koalition hat der Verwaltungsvorlage gegen die Stimmen der Oppositionsparteien CDU und FDP zugestimmt. Diese haben sich eine gründlichere Beratung über ein so weitreichendes Thema gewünscht, bevor eine Bürgerbetiligung gestartet wird.

„Die Schließung des Straßenstücks ab der Bäckerei Hembd mit dem Wegfall von 6 wertvollen Parkplätzen für unsere Bürger und den Handel bedeutet ein tiefer Eingriff in die Innenstadtentwicklung und muss deshalb einen breiteren Konsens haben als lediglich den der Koalition,“ so Fraktionsvorsitzende Katja Gehrmann.
Dem Handel und den Hauseigentümern wurde in zwei getrennten Sitzungen der Vorentwurf vorgestellt und die beiden Parteien konnten dabei nicht die Argumente der anderen Seite anhören. Für den Handel und die Bürger sind aber Parkplätze elementar wichtig. Darüber hinaus ist die Straßenführung mit den Folgen, die eine Schließung mit sich zieht, noch nicht komplett durchdacht. Die Anwohner der Dr-Fuchs-Straße sind bereits jetzt besorgt welchen Weg sie dann auf sich nehmen müssen und wie sie überhaupt zu ihren Häusern kommen, wenn die Lindenstraße auch noch wie geplant bebaut wird. Auch war vor kurzem noch die Rede von einem Parkhaus in der unteren Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße. Wie hier dann eine Zu- und Abfahrt bei dem gesperrten Straßenstück geplant ist, interessiert die CDU Fraktion auch sehr. Von allen Beteiligten, die an solch einem Großprojekt ihren Anteil haben, haben die Koalitionsparteien FWG, Grüne und SPD nun mal wieder ihre Mehrheit ausgeübt und über den Kopf der tatsächlich betroffenen Händler die Vorlage verabschiedet.

„Damit zu argumentieren, dass es sich um einen Vorentwurf handelt und noch nichts in Stein gemeißelt ist, ist eine hahnebüchende Argumentation. In der Verwaltungsvorlage steht ganz klar formuliert, dass nur auf der Basis dieses Entwurfs beraten wird und diese die Grundlage darstellt und entscheidend für die Qualität der Neugestaltung die Sperrung der Straße ist. Hier von einem Vorentwurf zu sprechen an dem Bürger noch ihren Anteil haben dürfen, ist schlicht weg nicht in Ordnung. Die Bürger werden schlussendlich noch entscheiden dürfen wo eine Sitzbank hinkommt und wo ein Blumentopf stehen wird, aber nicht über die Straßenführung entscheiden,“ sagt Gehrmann weiter.

Der Sprecher für Bau, Umwelt und Verkehr der CDU Fraktion, Stephan Schlocker, sagt weiter, „dass die vorgestellte Verkehrsuntersuchung nicht repräsentativ ist, da sie lediglich an einem einzigen Augusttag im letzten Jahr durchgeführt wurde.“

Vielmehr sollte doch auch eine Einbahnstraßenlösung geplant werden oder eine weiterhin mögliche Durchfahrt, aber deutlich verkehrsberuhigt durch entsprechende Gestaltung und Pflaster. Oder tatsächlich auch mal einen Schritt weiter denken und bei einer echten Innenstadtgesamtplanung mit Lindenstraße, Landgrafenplatz und Goersgelände überlegen, ob nicht sogar eine Tiefgarage unter dem Landgrafenplatz möglich wäre. Echte Stadtplanung sieht eben mehr vor als nur eine Straßensperrung nach eintätiger Vekehrsuntersuchung und Planung eines riesen Platzes. Die CDU Fraktion war die federführende Fraktion, durch die eine Innenstadtplanung erst begonnen wurde und begrüßt die Neugestaltung deshalb sehr. Auch eine Bürgerbeteiligung ist wichtig. Aber nicht, in dem man bereits eine Marschroute vorgibt. Wenn die Straße dort ebenfalls zum Platzbereich zugeschlagen wird, haben wir für eine überschaubare Stadt wie Friedrichsdorf eine überdimensionierte Platzgröße, die auch schnell wieder ungemütlich wirken kann. Darüber hinaus fordert die CDU Fraktion von der Koalition auch eine klare Haltung zum Goers Gelände. Katja Gehrmann: „wer jetzt schon wieder Parkplätze abschaffen will, sollte dem Bürger und den Händlern auch genau jetzt erklären, was er zeitnah bei der Planung des Goersgeländes will. Wenn die Koalitionsfraktionen hier nämlich bei ihrer Haltung bleiben, dann wird es das Goersgelände als Parkplatz nicht mehr lange geben und dann können wir einem Verfall des Friedrichsdorfer Handels zusehen. Eine Stadt und der Einzelhandel leben von Parkplätzen und die CDU bleibt bei ihrem Wort. Auf dem Goersgelände müssen mindestens 60 Parkplätze erhalten bleiben.“

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